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Engelstrompeten

Engelstrompeten

An dieser Stelle können wir nicht in aller Ausführlichkeit über alle Belange aller
Züchtungen eingehen. Umfangreichste Informationen finden Sie in unserem Buch
DAS GROSSE BUCH DER ENGELSTROMPETEN

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Generelles
Die richtige Pflanzenauswahl
Wenn das Paket ankommt

Standort
Erdsubstrat
Düngen
Gießen

Umtopfen
Rückschnitt
Schädlinge
Pflanzenkrankheiten
Blütenausfärbungen
Gelbe Blätter
Löcher in Blättern
Knospenabwurf

 

 

Generelles
Die Engelstrompete mit dem botanischen Namen Brugmansia ist wohl eine der beliebtesten Kübelpflanzen überhaupt.
Engelstrompeten sind in unseren Breiten nicht winterhart und benötigen deshalb ein frostfreies Winterquartier.


Wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass Engelstrompeten in allen Teilen giftig sind. Genauso wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass uns bisher kein Fall bekannt ist, bei dem Menschen oder Tiere unbeabsichtigt zu Schaden gekommen sind.
Die Pflanzen geben keinerlei Anreiz Pflanzenteile zu verzehren. Bei den in den Medien veröffentlichen Vergiftungsfällen wurden immer Pflanzenteile bewusst eingenommen.

Die Sorge, dass beispielsweise Kinder oder Haustiere Schaden nehmen könnten, ist aus unserer langjährigen Erfahrung unbegründet.
Ebenfalls sollte der Pflanzenfreund wissen, dass die Engelstrompete einen Wachstumsbereich und einen Blühbereich hat. Nur im Blühbereich können, wie der Name schon sagt, Blüten gebildet werden. Er beginnt bei der ersten Y-förmigen Verzweigung der Pflanze und zeigt sich auch durch einen asymmetrischen Blattansatz, sowie deutlich kleineren Blättern als im Wachstumsbereich.

 

Welche Pflanze ist für mich die Richtige
Bei dem inzwischen großen Angebot an Züchtungen ist es oft recht schwierig die richtige Auswahl zu treffen. Zwar haben wir uns bemüht in unserem Online Shop zu den wichtigsten Auswahlkriterien detailierte Angaben zu machen, möchten aber an dieser Stelle noch einige zusätzliche Entscheidungshilfen geben:

Brugmansia arborea
Die Brugmansia arborea gehört zu den früh blühenden Arten, wobei sie eher kontinuierlich und nicht ausgeprägt schubweise blüht. Sie gehört zu den robusten Pflanzen nicht zuletzt, weil sie in ihrem Heimatstandorten in z.B. Chile und Kolumbien auch in großen Höhen anzutreffen ist. Die Blüten sind in der Rel sehr lange haltbar und duften besonders intensiv.

Brugmansia aurea
Leuchtende Blütenfarben, einen intensiven Duft und oft sehr große Blätter sind ein gutes Erkennungszeichen für die Brugmansia aurea.
Die Heimatstandorte sind Ecuador und Veneuzela.
Der ideale Standort ist der Halbschatten. Sie kann schadlos stark zurückgeschnitten werden und stellt bei der Überwinterung keine großen Ansprüche. Die Brugmansia aurea wird gern von Blattwanzen geschädigt und in manchen Gärten sind sie Weichhaurtmilben anfällig.
Die meisten Brugmansia- aurea-Hybriden haben die Eigenschaften der B.aurea.

Brugmansia x candida
Die Brugmansia x candida ist eine Kreuzung aus der Brugmansia versicolor und der Brugmansia aurea. Auch in der freien Natur kommen diese Hybriden vor, wobei die Heimatstandorte in den Anden angesiedelt sind.

Sie gehören zu den blühstärksten Engelstrompeten und auch schlechtere Witterungsbedingungen werden toleriert.
Wir in Duisburg favorisieren die Züchtung der Brugmansa x candida, weil viele negative Eigenschaften der Elternpflanzen nicht zum Tragen kommen, die Blüten besondes gut duften und auch gefüllt blühende Züchtungen reich blühen. Auch sind die Pflanzen meist robust, leicht zu kultvieren und gut zu überwintern.

Brugmansia x flava
Diese Hybriden haben röhrenförmige Blüten, die im Gegensatz zu den meisten anderen Engelstrompeten nicht stark duften.

Die Farbenvielfalt und die Farbintensität der Blüten ist bei der Brugmansia x flava besonders hervor zu heben.
Oft sind diese Züchtungen virusanfällig und einige müssen separat von anderen Engelstrompeten gehalten werden.
Der Standort sollte halbschattig bis schattig sein. Besondere Vorsicht ist beim Gießen dieser Schönheiten angesagt, weil diese meist besonders anfällig bei Staunässe sind.
Sie sind meist schwach wüchsig und blühen meist im Frühjahr und Herbst, wobei die Pflanzen im Sommer und bei warmen Temperaturen oft ohne Blüten sind, die Sommerblüten fast immer deutlich weniger gefärbt sind und wenig Blätter haben können.
Liebhaberpflanzen, die wir dem Engelstrompetenanfänger nicht empfehlen.

Brugmansia Hybriden
Hier werden alle Züchtungen zusammengefasst, die nicht eindeutig einer anderen Art zuzuordnen sind.

Bei diesen Mehrfachhybriden sind die unterschiedlichsten Merkmale der Elternpflanzen vertreten und deshalb sind keine spezifischen Merkmale zu beschreiben.

Brugmansia sanguinea
Wie die B. arborea kommt die Brugmansia sanguinea auch in den Höhenlagen der Anden in Kolumbien und Chile vor.

Die Blüten sind röhrenförmig und weisen intensive Farben auf.
Die Brugmansia sanguinea blüht nicht bei höheren Temperaturen, sondern hauptsächlich vom Herbst bis zu Frühjahr bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad.
Der Wuchs ist ehrer schwach und oft buschig und die Pflanzen sind virusanfällig.
Eher für den Engelstrompetenliebhaber weil sie neben der Virusanfälligkeit auch sehr feuchteempfindlich sind.

Brugmansia suaveolens
Die Brugmansia suaveolens und deren Hybriden haben vorwiegend ausgeprägte Blühschübe.

Dabei sind die Blüten tagsüber meist nicht voll geöffnet und zeigen erst in den Abendstunden ihre ganze Schönheit.
Dabei sind sie meist starkwüchsig, robust und auch als Anfängerpflanzen geeignet.

Brugmansia versicolor
Diese ursprünglich aus den tropischen Regionen Ecuadors stammende Kulturform zeichnet sich durch sehr große Blüten aus, wobei bis zu 50 cm lange Blüten möglich sind. Dabei sind ausgesprochene Blühschübe normal und an großen Pflanzen sind dabei mehrere 100 Blüten keine Seltenheit.

Sie lieben die Wärme und brauchen bei der Überwinterung mindestens 10 Grad, Jungpflanzen 12 Grad, was bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt werden sollte.
Im Garten ist ein warmer geschützter Standort ideal.

Brugmansia vulcanicola
Die Brugmansia vulcanicola kommt auch an Ihren Naturstandorten in Kolumbien relativ selten vor. Sie wachsen langsam und haben besonders lange haltbare Blüten.
Fast alle Brugmansia vulcanicola stellen höhere Anforderungen an die Kultur. Sie brauchen einen halbschattigen bis schattigen Standort im Sommer. Sie sind besonders empfindlich gegen Staunässe und sie dürfen nur mäßig gegossen werden, was besonders bei der Überwinterung einen grünen Daumen erfordert. Auch sollte der Pflanzkübel möglichst klein gewählt werden. Sie lieben die kühlen Jahreszeiten, wachsen und blühen dann auch, deshalb ist bei der Überwinterung ein helles Winterquartier optimal, ja fast Bedingung. Die Temperatur sollte dabei zwischen 2 bis 10 Grad sein.

Wie groß werden die Pflanzen: Hierzu finden Sie in unserem Online Shop unter dem Stichwort Pflanzenwuchs zu jeder Pflanze eine entsprechende Aussage. Generell liegt die endgültige Pflanzengröße in der Hand jedes Pflanzenfreundes selber, indem er den Rückschnitt nach seinen Wünschen vornimmt.  
Schwachwüchsige Pflanzen sind ideal für den Pflanzenfreund mit wenig Platz, für den Balkon oder die Terrasse. Die so bezeichneten Pflanzen wachsen etwa 30 cm pro Jahr.
Engelstrompeten typischer Wuchs, bedeutet das diese Pflanzen etwa einen Neuaustrieb von 50 cm bis 100 cm pro Jahr machen und
Starkwüchsige Pflanzen treiben pro Jahr etwa 100cm bis 150cm große Neutriebe.

Die Blüte der Engelstrompete: Hierzu machen wir im Online Shop Angaben zur Blütenausfärbung, hier beschreiben wir die mögliche Blütenfarbe, wobei die weiter unten beschriebenen Besonderheiten zur Blütenausfärbung bei Engelstrompeten zu beachten sind;
zur Blütenform, hier finden Sie Angaben ob die Blüte ungefüllt, gefüllt oder etagiert ist. Bei gefüllten und oder etagierten Blüten kann es je nach Kulturbedingungen allerdings zu Abweichungen kommen;

zur Blütengröße und des Blütendurchmessers finden Sie Angaben in cm, wobei auch hierbei je nach Kulturbedingungen (Standort, Düngung, Pflanzsubstrat usw.) Abweichungen möglich sind.

Zur Blühfreudigkeit finden Sie zu jeder Pflanze in unserem Online Shop eine entsprechende Information.
Dabei bedeutet eine schwache Bklühfreudigkeit, dass die Pflanze relativ selten blüht und dann auch nicht mit sehr vielen Blüten verwöhnt.
Bei der Angabe einer guten Blühfreudigkeit sind zwei bis drei Blühschübe pro Saison mit vielen Blüten normal.
Sehr gute Blüheigenschaften schreiben wir Pflanzen zu, die außergewöhlich viele Blüten präsentieren und meistens drei bis vier Blühschübe im Jaht hervorbringen oder wie z.B. beim 'Engelsglöckchen', bei der fast immer Blüten zu bewundern sind.

Angaben zu den Überwinterungsbedingungen finden Sie ebenfalls zu jeder Pflanze in unserem Online Shop. Dabei machen wir Aussagen ob die Pflanze ein helles Winterquarier braucht, oder ob sie auch dunkel überwintert werden kann und auch zur richtigen Temperatur im Winterquartier finden Sie entsprechende Angaben, damit Sie dir richtige Pflanze für Ihre zur Verfüg stehenden Räumlichkeiten auswählen können..Zusätzlich finden Sie weiter unten auf dieser Seite weitere Hinweise zum Winterquartier.

Der Blütenduft ist oft ein wichtiges Entscheidungskriterium und Engelstrompeten sind berühmt für ihren tollen Duft, der allerdings nur in den Abend und Nachtstunden zu genießen ist. Auch hier finden Sie im Online Shop entsprechende Aussagen. Zusätzlich möchten wir Ihnen hier die unserer Meinung nach schönsten und intensivsten Duftpflanzen nennen: 'Angels Face' hat einen tollen Rosenduft, 'Ceris Wonder' eine sehr ausgefallenen blumigen Duft, 'Angels Baby' duftet sehr schön nach Maiglöckchen, 'Anges Proud' hat einen Duft in blumig/zitrone, 'Sun Angel' duftet nach einer frisch aufgeschnittenen Zitrone und die 'Rosalla' nach einer Kombination aus Vanille/Zitrone. Weiter ist das 'Engelsglöckchen' mit ihrem besonders intensivem Duft nach Vanille zu nennen, die 'arborea Wildform' mit sehr intensivem blumigen Duft und die 'Tiara' mit schönem blumigen Duft. Aber auch alle anderen Engelstrompeten (ausgenommen sind B. vulcanicola und die B. sanguinea, die überhaupt nicht duften und bei einigen B.x flava mit einem schwachen zarten Duft) verströmen einen tollen Duft.

Als Anfängerpflanzen sind im Online Shop die Pflanzen mit "ja" gekennzeichnet, die für den Pflanzenfreund mit wenig Erfahrung in der Haltung und Kultur von Engelstrompeten richtig sind.

Die Schädlingsempfindlichkeit ist für uns ein ganz wichtiges Auswahlkriterium. Deshalb finden Sie bei der Pflanzenbeschreibung in Online Shop entsprechende Aussagen. Wenn unter dieser Rubrik keine Angaben stehen, dann wird die Züchtung, wie alle Pflanzen auch, ab und zu von Schädlingen besucht.

 

Was ist zu unternehmen wenn die Pflanzen ankommen
Wenn das Paket äußere Schäden aufweist, ist dieses bei dem Zusteller sofort anzuzeigen, zu reklamieren und Schadensersatz zu fordern.
Alle Pflanzen leiden etwas beim Transport, so sind z.B. abgefallene oder schlapp herunter hängende Blätter kein Grund zur Besorgnis.
Auch kann es durch den Paketversand bei den weichen Blättern der Engelstrompete des Öfteren vorkommen, dass die Blätter Löcher und Risse bekommen können, was aber den Wert der Pflanze nicht mindert und letztlich kein Reklamationsgrund ist.

Trockene Wurzelballen sollten schnellstens gegossen und umgehend mit der Düngung mit geeignetem Dünger begonnen werden. Die Pflanzen dürfen in den ersten Tagen nach der Lieferung nicht der vollen Sonne ausgesetzt werden, weil die Blätter sonst Sonnenbrand bekommen, was die Pflanzen erheblich schwächen würde. Sonnenbrand geschädigte Blätter bekommen helle fast durchsichtige Stellen.
Auch sollte man beachten, dass man die Pflanzen nach der Lieferung zuerst 2-3 Wochen umgewöhnen sollte, bevor das erste Mal umgetopft wird.
Bei richtiger Pflege werden Sie recht bald viel Freude an den Pflanzen haben. 

Standort
Ein halbschattiger Standort ist ideal für fast alle Engelstrompeten.

Volle Sonne vertragen nur einige wenige Züchtungen. Für den Pflanzenfreund, der nur sonnige Standorte hat, geben wir hier eine Auswahl von möglichen Züchtungen: 'Orangy', 'Sun Angel', 'Maya', 'Apricotqueen', 'Angels Exotic', 'Color Point', 'Angels Fantasy', 'Superspot', 'Angels Glance', 'Goldstar', 'Angels Sun Star', 'Angels Sunflower', 'Angels Morning Light', 'Salmon Perfektion', 'Angels Sensation', 'Angels Swingtime', 'Angels Endless Summer', 'Angels Long John', 'Angels Cloud', 'Flowerdream', 'Angels Paradise' und 'Angels Illumination'.

Lichte Schattenplätze möchten
z.B. folgende Pflanzen haben: 'Engelsglöckchen', 'Mobisu', 'Wildfire', 'Amethyst', 'Red Flame', 'Feuerwerk' und 'Roter Vulkan' .

Einen halbschattigen bis schattigen Standort, einen kleinen Pflanzkübel und wenig Wasser möchten übrigens alle B. x flava, B.sanguinea und B. vulcanicola..

Erdsubstrat
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für gut wachsende und gesunde Kübelpflanzen ist die Erde. Bitte nutzen Sie keine Billigerden, die Pflanzen kümmern darin und Sie werden keine Freude an Ihren Kübelpflanzen haben.
Wir nehmen seit vielen Jahren die Einheitserde ED 73, unter dem Link http://www.einheitserde.de findet man Bezugsquellen und Telefonnummer unter denen Ihnen gerne Lieferanten genannt werden.
Oft ist diese leider nicht erhältlich und dann empfehlen wir die TKS2-Erde, die auch gut für Kübelpflanzen geeignet ist. Unter
https://www.floragard.de/shop/die-bodenverbesserer/floragard-tks-2-2/ findet man Informationen zu dieser Kübelpflanzenerde.
Kübelpflanzenerde mit Schwarztorf sollte generell nicht verwendet werden. Diese hat die unerwünschte Eigenschaft Wasser zu speichern und auch nicht wieder abzugeben, was dann schnell zu Staunässe und in der Folge zu Wurzelschädigungen führen kann.

Düngen
Engelstrompeten sind Starkzehrer und brauchen sehr viele Nährstoffe. Genauso wichtig wie die Düngermenge ist die Wahl des Düngers. Hier haben sich als optimale Versorgung die Nährsalze der Firma Compo erwiesen. Nähere Informationen finden Sie in unserem Online-Shop oder unter  http://www.compo-expert.com/de/startseite/produktgruppen/naehrsalze/hakaphos-naehrsalze.html
Die Wahl des Düngers richtet sich nach der Jahreszeit und der Wasserhärte des Gießwassers. So empfehlen wir für die ersten 6 Kulturwochen im Frühjahr einen Stickstoff betonten Dünger (Wachstumsdünger) und für die übrige Zeit einen Kalium betonten Dünger (Blühdünger). Die Wasserhärte des Gießwassers beeinflusst sehr stark den pH-Wert des Erdsubstrates und deshalb bieten die Düngerhersteller auf die Wasserhärte abgestimmte Produkte an.
Die Düngermenge hängt von der Pflanzengröße und der Jahreszeit ab. In der Hautwachstumszeit werden 2 bis 3 Gramm Dünger pro Liter Wasser an mindestens drei Tagen in der Woche durchdringend gegossen. Aber immer nur dann, wenn die Erde deutlich abgetrocknet ist. Sonst entsteht Staunässe, die zu Wurzelschädigungen führt und das Ende der Pflanze bedeuten kann. Zusätzlich zu der Düngung mit Nährsalzen reichern wir im Frühjahr die Erde mit einem Langzeitdünger an, um die Schlechtwetterperioden, in denen nicht mit den Nährsalzen gedüngt werden kann, zu überbrücken.

Gießen
Zwar brauchen Engelstrompeten viel Wasser, aber auch jeden Fall muss Staunässe vermieden werden. Wenn die Wurzeln über einen längeren Zeitraum in zu nasser Erde stehen, dann nehmen diese Schaden, beginnen zu faulen und die Pflanze kann dadurch absterben. Deshalb bitte immer nur gießen, wenn das Erdsubstrat deutlich abgetrocknet ist, dann sollte aber durchdringend gegossen werden, um sicherzustellen, dass auch die Wurzeln im unteren Bereich des Kübels versorgt werden. Besonders vorsichtig sollte generell die Wassergabe bei allen B. x flava, B.sanguinea und B. vulcanicola vorgenommen werden, diese sind meist extrem feuchteempfindlich und brauchen sehr wenig Wasser.
Wichtig bei der Wasserversorgung ist die Qualität des Gießwassers. Oft schwören Pflanzenfreunde auf Regenwasser, was bei Engelstrompeten aber zu großen Problemen führen kann. Engelstrompeten zehren Kalk und wenn dieser nicht durch das Gießwasser nachgeliefert wird treten Mangelerscheinungen auf und die Nährstoffversorgung ist durch das Absinken des pH-Wertes des Erdsubstrates nicht mehr gegeben.
Wer nur weiches Wasser zur Verfügung hat, sollte von Zeit zu Zeit Algenkalk (siehe unser Online-Shop) dem Gießwasser beimengen.
.

Umtopfen
So wüchsig wie die Engelstrompete selbst, so schnell wachsen auch die Wurzeln. Deshalb ist es erforderlich in gewissen Zeitabständen die Pflanzen umzutopfen. Hierbei ist es wichtig einen nur etwa 2-3 Zentimeter in Durchmesser größeren Topf zu nehmen. Bei deutlich größeren Töpfen besteht die Gefahr der Staunässe. Je nach Kulturbedingung sollte deshalb alle 6-8 Wochen in der Hauptwachstumszeit von April bis Mitte Juli in gute Kübelpflanzenerde umgetopft werden.
Wenn der Pflanzkübel eine Größe von maximal 20 Litern erreicht hat, dann bohren wir in diesen Kübel mit einer Lochsäge etwa 4-6 cm große Löcher in zwei Reihen rings um den Kübel. Durch diese Löcher kann die Pflanze dann später durch wurzeln. Diesen so vorbereiteten Kübel stellen wir dann in einen der Pflanzengröße entsprechenden größeren z.B. 60 Liter-160 Liter Pflanzkübel und füllen diesen mit guter Kübelpflanzenerde. Auf diese Weise braucht man dann im Herbst, nach dem Herausheben aus dem Pflanzkübel und dem Abschneiden (Abstechen) der herausgewachsenen Wurzeln, nur der 20-Liter Grundtopf transportieren und im Winterquartier aufbewahren
, der dabei in eine Plastiktüte eingesetzt wird, um ein schnelles Austrocknen der Wurzeln zu vermeiden.
Fast alle B. x flava, B. sanguinea und B. vulcanicola sind davon ausgenommen. Diese brauchen nicht so große Kübel sollten seltener umgetopft werden..

Rückschnitt
Engelstrompeten müssen nicht zwingend zurückgeschnitten werden. Meist zwingt allerdings der Platz im Winterquartier zu einem drastischen Rückschnitt. Dieser schadet der Pflanze in keiner Weise. Allerdings gibt es Züchtungen die eine starken Rückschnitt nicht lieben und im folgen Jahr sehr sparsam blühen. Als Beispiel ist hierzu die 'Herrenhäuser Gärten' zu nennen.
Generell sollte beim Rückschnitt darauf geachtet werden das nicht in den Wachstumsbereich der Pflanze zurückgeschnitten wird
. Wer dies nicht beachtet, wird im nächsten Jahr erst viele Wochen später die ersten Blüten an seiner Pflanzen sehen..

Winterquartier 
Wie oben schon gesagt, müssen Engeltrompeten frostfrei überwintert werden.
Generell sind dunkle und helle Räume geeignet. Aber nicht alle Züchtungen oder Wildformen vertragen ein lichtloses Winterquartier.
Dabei sollten Jungpflanzen generell ein helles Überwinterungsquartier bekommen.
Optimal sind Temperaturen von etwa 10 Grad, wobei Sortenbedingt auch wärmere Temperaturen erforderlich sein können. So sollten z.B. Brugmansia versicolor Züchtungen mindestens bei 12 Grad und hell überwintert werden. Weitere detaillierte Informationen zu jeder Pflanze finden Sie in unserem Online-Shop.
Besonders Wichtig ist eine ausreichende Belüftung des Winterqartiers. Hier sollte, wenn die Witterungsbedingungen es möglich machen, so oft wie eben möglich gelüftet werden um Schimmel und Pilzbefall vorzubeugen.
Beim Gießen im Winterquartier ist darauf zu achten das die Pflanze auf gar keinen Fall zu nass gehalten werden. Aber austrocknen darf der Wurzelballen natürlich auch nicht.

Schädlinge
Hier auf alle möglichen Schädlinge wie Schnecken, Blattläuse, Zikaden, Raupen und Dickmaulrüssler einzugehen ist nicht möglich. Aber die wichtigsten und auch für die Pflanzen elementarsten Schädlinge möchten wir an dieser Stelle beschreiben.

Spinnmilben sind sehr oft anzutreffen, wobei dieswissen_spinnmilbee hohe Temperaturen bei niedriger Luftfeuchtigkeit bevorzugen. Die Spinnmilben saugen den Zellsaft und dadurch wirkt das geschädigte Blatt fein gesprenkelt, wird dann graubraun, trocknet ein und bekommt bei starkem Befall ein hauchfeines Gespinst.
Bekämpfen kann man die Spinnmilben mit einer Vielzahl von frei verkäuflichen Spritzmitteln.

 

WeichhautmilbenWeichhautmilben_18.08.02_04 lateinisch auch Tarsonomiden, sind mit etwa 0,2 mm winzig kleine, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennende Schädlinge. Befallen werden vor allen Dingen die Triebspitzen und der Befall ist unter anderem an verkümmerten und braun werdenden Vegetationspunkten, glasig glänzenden wie Glas brechenden Blättern zu erkennen. Weichhautmilben lieben feuchtwarmes Wetter und die Schadbilder treten meist von Juli bis September auf. Es sollte so früh wie möglich mit der Bekämpfung der Weichhautmilben begonnen werden, zumal diese auch andere Pflanzen befallen können. Da die Weichhautmilben eine Vielzahl von weit verbreiteten Wirtspflanzen haben und die Eier über weite Strecken durch Wind getragen werden können, ist ein Befall generell nicht auszuschließen.

Oft werden wir auch nach Wollläusen oder Weißen Fliegen gefragt, weil auf den Blättern weiße Punkte zu sehen sind. Hierbei handelt es bei unseren Pflanzen nach dem Auspacken immer um Perlitte. Diese Kunststoffkügelchen werden der Erde beigegeben um diese lockerer zu machen. Beim Topfen und Versenden kommt es vor das Teile davon an den Blätter haften bleiben.

 

Pflanzenkrankheiten
Engelstrompeten haben es vor allem mit dem CDV-Virus, Pilzerkrankungen, dem Stängelbrand und Wucherungen zu tun.
Engelstrompetenvirus Den CDV Virus (Columbischer-Datura-Virus) tragen fast alle Engelstrompeten und er stellt absolut keine Beeinträchtigung für die Pflanzen dar. Einige, vor allen gefüllt blühende Züchtungen zeigen den Virus vornehmlich im Frühjahr oder bei schlechten Kulturbedingungen durch seine scheckigen gelblich-grünen Blätter. Den meisten Pflanzen reicht eine Gabe Bittersalz, die etwa alle zwei Wochen dem Düngerwasser beigegeben werden kann, um die Blattverfärbungen zu vermindern. Allerdings gibt es einige Arten und Züchtungen z.B. Brugmansia sanguinea, Brugmansia x flava, etc., die nur ohne den Virus lange leben können. Aus diesem Grund werden die anfälligen Pflanzen wie z.B. die 'Lilac' bei uns separat gezogen, sind Virus frei und sollten nicht mit anderen Engelstrompeten zusammen kultiviert werden. Die betreffenden Pflanzen sind in unserem Online-Shop entsprechend beschrieben.

Pilzerkrankungen An Pilzerkrankungen gibt es die Wurzelfäule und die Stängelgrundfäule. Beide Pilze leben von zu feucht gehaltenen Pflanzen bzw. Erdsubstrat (Oftmals werden die Pflanzen die Pflanzen im Herbst beim Einräumen der Pflanzen mit zu feuchtem Ballen ins Winterquartier gestellt, oder aber über Winter zu viel gegossen) und zeigen sich zuerst in stockendem Wuchs und stumpfen, graugrünen, welken Laub das letztlich vergilbt.
Wurzelfäule: Normal sind die Wurzel hell und fest, wobei geschädigte Wurzeln braun und matschig werden. Wenn dies der Fall ist, sollten alle schlechten Wurzeln entfernt werden. Der Pflanze werden dann bis auf wenige Blätter alle anderen abgenommen werden, neu getopft und dann bis zum erkennbaren Neuaustrieb ganz wenig gegossen. Mit ein wenig Glück übersteht es die Pflanze. Mit einem entsprechenden Pilzmittel kann die Wurzelfäule ebenfalls behandelt werden, wobei bei zu starker Schädigung meist jede Hilfe zu spät kommt.
Stängelgrundfäule: Hier zeigt sich neben den oben beschriebenen Schäden ein weicher, matschiger Stammfuß. Bei älteren Pflanzen kann ein Herausschneiden der erkrankten Stammflächen und eine anschließende Behandlung mit fungizidenhaltigem Wundverschluß helfen.
Aber auch Grauschimmel kann man bei Engelstrompeten, vornehmlich in schlecht belüfteten Überwinterungsräumen, antreffen. Es gibt entsprechende Fungizide, die zum Einsatz kommen können.

Stängelbrand Diesewissen_stengel Erkrankung ist nach neuesten Untersuchungen auf das Bakterium Xanthomonas syringae zurückzuführen. Bei einer befallenen Pflanze stockt der Wuchs und die Pflanze ist meistens nicht mehr zu retten. Die Blätter, Blattstiele und Stängel bekommen bräunlich schwarze Flecken und Risse. Erstaunlich ist das nur bestimmte, meist gelb blühende Pflanzen diese Krankheit bekommen. Wir kultivieren die anfälligen Pflanzen konsequent nicht mehr. Folgende Pflanzen bekommen z.B. aus unserer Erfahrung heraus häufig Stängelbrand: 'Charles Grimaldi', 'Goldtraum', 'Goldkrone', 'Favorite`s Delight' und 'Golden Sunset'. Aber auch Züchtungen aus diesen Pflanzen sind gefährdet.

 

 

 

 

Wucherungwissen_wildwuchsen Eine Art krebsartige Wucherungen, die wohl Bakterien zuzuordnen sind, befallen hier und da die Engelstrompeten. Diese schwächen die Pflanze wobei das eigentliche Risiko unter Erde zu suchen ist. Dort verdrängen die Wucherungen die Wurzeln, sterben zum Teil im Winter ab und verursachen dadurch Fäulnis. Die dann wiederum zum Absterben der Pflanze führen können. Deshalb ist es wichtig, alle Teile der Wucherung zu entfernen, auch wenn es dafür notwendig sein sollte tief im Wurzelballen einzugreifen. Da die Struktur der Wucherungen deutlich weicher und brüchiger als das Engelstrompetenholz ist, erweist sich die Entfernung als relativ einfacher Prozess. Sollten dabei größere Verletzungen an der Engelstrompete entstehen, ist eine Wundversorgung mit Fungizid haltigem Wundverschlussmittel sinnvoll.

 

Blütenausfärbungen
Manchmal werden wir gefragt, warum die Blüte weiß oder gelb ist, obwohl eine farbige Engelstrompeten gekauft wurde. Dieses liegt daran, dass die Knospen meist gelb aufgehen und die Blüten sich dann über eine kurze Zeit weiß präsentiert um sich danach in Ihre endgültige Farbe um zu färben. Dieser Vorgang kann, je nach Witterung, zwischen einem Tag und etwa 3 Tagen dauern.
Engelstrompetenblüten zeigen nicht immer die gleiche Farbintensität. Besonders ausgeprägt ist dies bei rosa-roten und orange blühenden Züchtungen. Die Ausfärbung hängt sehr stark vom Standort (Höhenlage, im Freien oder unter Glas), von der Lichtintensität, der Temperatur, der Bodenqualität (pH-Wert), der Düngung und der Luftfeuchtigkeit ab. Deshalb fällt die Blütenausfärbung bei Engelstrompeten oft sehr unterschiedlich aus. So blüht z.B. die 'Super Spot' trotz optimaler Kulturbedingungen im Frühjahr und Herbst, oder bei niedrigen Temperaturen im Sommer eher rosa und bei guten Bedingungen tomatenrot.

 

Blütenform, Blütengröße und Blütenfüllungen
Auch die Blütenfüllungen, die Blütengröße und die Blütenformen können variieren und hängen sehr oft von der Anzahl der geöffneten Blüten, der Witterung, der Jahreszeit, dem Standort und der Düngung einer Engelstrompete ab.
Wir können leider nicht alle möglichen Blütenvarianten bei den Pflanzenbeschreibungen als Foto beifügen, zumal wir nicht alle Kulturbedingungen nachstellen können.

 

Gelbe Blätter
Gelbe Blätter können mehrere Ursachen haben. Einmal ist es vollkommen normal, dass die älteren Blätter gelb werden und abfallen. Auch können schlechte Witterungseinflüsse (zu heiß, schnelle große Witterungsumschwünge usw.) für die vermehrte Bildung von gelben Blättern sorgen. Aber auch Schädlinge wie die Spinnmilbe können für gelbe Blätter sorgen und wenn die Pflanze nicht genügend oder falsch gedüngt wird reagiert sie meist mit gelben Blättern. Kalkmangel und Wurzelschädigungen durch Staunässe sind ebenfalls als mögliche Ursache zu nennen. .

 

Löcher in den Blättern
Bei den relativ weichen und großen Blättern der Engelstrompeten sind kleine Löcher und Risse in den Blättern vollkommen normal. Erst wenn die Anzahl der Löcher überhand nimmt sollte man Schädlinge in Betracht ziehen.

Hier können verschiedenste Schädlinge die Verursacher sein.
Nacktschnecken mögen gerne Engelstrompeten und verursachen zum Teil sehr große Löcher in Blättern. Oft erkennt man Schneckenfraß an den übrig bleibenden Schleimspuren. Selbst Blätter in 2-3 Metern Höhe sind vor dieses Plagegeistern nicht sicher.
Hier gibt es viele Methoden gegen Schnecken vorzugehen, ab sammeln, Salatblätter oder Bretter auslegen unter denen sich die Schnecken gerne verstecken und dann leicht zu sammeln sind, oder Chemisch z.B. mit Schneckenkorn.
Raupen sind auch recht angetan von Engelstrompetenblätter und können diese in kürzester Zeit bis auf ein Gerippe abfressen, aber auch für löchrige Blätter sorgen.
Sie können ab gesammelt werden oder mit z.B. biologischen Mittel auf Basis eines Bacillus thuringiensis aizawaii, z.B. Neudorf Raupen frei gespritzt werden.
Ohrwürmer können auch für Löcher in den Blättern verantwortlich sein. Sie wohnen gerne in den jungen Trieben und beißen auch schon einmal zu. Die zuerst kleinen Löcher werden dann mit dem Wachstum des Blattes entsprechend größer.
Ohrwürmer sind unserer Meinung nach aber keine Schädlinge, weil sie auch Läuse und andere Schädlinge vertilgen und sollten deshalb in umgekehrt hängende, mit Stroh gefüllte Blumentöpfe umgesiedelt werden.

Blattwanzen sind etwa 5-10 mm große, meist grüne Schädlinge die für stark löchrige Blätter sorgen können. Meist sieht man sie an den Pflanzen nicht, weil sie sehr beweglich sind und sich bei leisesten Bodenerschütterungen fallen lassen. Da die Blattwanzen in den frühen Morgenstunden noch unbeweglich sind ,kann man sie abschütteln und einsammeln. Natürlich kann man bei starken Befall auch Spritzmittel einsetzten.

Knospenabwurf
Das Engelstrompeten einzelne Knospen einmal verlieren ist eher normal. Starker Abwurf von Knospen hingegen ist meist auf schlechte Kulturbedingungen zurück zu führen.
Dazu zählen schnelle starke Temperatur- und Witterungswechsel, ein falscher Standort, zu wenig Dünger oder ein deutlich zu trocken gewordener Wurzelballen. Aber auch beginnende Wurzelschäden durch zu nasse Erde werden durch Knospenabwurf quittiert.
Es gibt aber auch Züchtungen, die so viele Knospen ansetzten das sich die Pflanze fast immer von einigen Knospen trennt.